• Jürgen Röck

Low-Code - Beschleunigt auf Mach 7

Grundsätzlich ist die Frage bei Low-Code immer, was ist das? Ist es ein Werkzeugkasten, mit dem man eine Excel-Liste in eine Datenbank umwandeln kann? Ist es ein Spaß-Tool und wenn man etwas ernsthaftest benötigt, muss man es sowieso entwickeln? Fakt ist – diese Vorurteile hatten ihre Berechtigung für die 1. oder 2. Generation der 4 GL Sprachen (Anfang / Mitte 90er-Jahre).


Was mich massiv beeindruckt hat, war letztlich ein Proof of Concept (POC), welchen wir sowohl in Java also auch mit Intrexx entwickelt hatten. Der POC stellt ein Maschinen-Übergabeprozess dar, bei dem der Hersteller während der Übergabe alle Maschinen-Parameter und deren Beziehungen zueinander eingibt, das System diese überprüft, Fehler darstellt und letztlich bei einer fehlerfreien Übergabe ein Übergabeprotokoll erzeugt. In Intrexx war der POC nach 3 Tagen Entwicklungszeit komplett fertig und produktiv einsatzbereit. Die Entwicklung der Applikation in Java benötigte 21 Tage. Das ist ein Faktor 7 in der Reduktion der Entwicklungszeit, was aber auch eine Reduktion in Ressourcen-Bindung ist und letztlich auch eine bessere App-Onboarding-Performance für den Fachbereich darstellt.


Die heutige Generation von Low-Code Technologien überzeugt nicht nur durch ihre Feature-Robustheit und Umsetzungsgeschwindigkeit, sondern kann sicher als Produktivumgebung in den Themen Skalierung, Verfügbarkeit, Resilient usw. mithalten. Dabei setzen größere Low-Code-Anbieter wie Outsystems, Mendix und auch Intrexx auf ein robustes Java Framework als Basis-Infrastruktur. Die Low-Code Plattformen haben auch verstanden, dass ein Lock-In nicht funktioniert. Kunden- oder fachbereichsspezifische Erweiterung werden einfach in Java oder Groovy also Source-Code eingebunden. Externe Systeme zur Datenhaltung oder Daten-Nutzung, werden über SOAP, REST, Kafka, oder Import / Export-Routine integriert. Zudem führen alle modernen Plattformen „Stecker“ für die all gängigen Softwaresysteme mit sich. So ist es kein Wunder, dass die Integration hin zu SAP, Microsoft Dynamics, Salesforce, Navision, oder auch Office-Lösungen mehr eine Konfiguration ist und keine Entwicklungsleistung bedarf.


Low-Code hat mit der jetzigen Technologie-Generation, Architektur und dem Feature-Verständnis einen essenziellen Platz in der IT-Landschaft. Zum einen um die App-Entwicklung massiv zu beschleunigen, aber mehr noch um IT- oder Fachbereichs-Ressourcen zu befähigen sich auf ihre Kern-Themen zu fokussieren.